Nahrungsergänzung im Blick: Propolis


Sinn oder Unsinn?
Nahrungsergänzung im Blick: Propolis
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Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis sind beliebt. Dem Bienenharz wird nämlich nachgesagt, vor oxidativem Stress, Krankheitserregern und sogar Krebs zu schützen. Doch ist das auch in wissenschaftlichen Studien bewiesen?

Naturprodukt aus dem Bienenstock

Propolis wird – genau wie Honig und Gelee royal – aus Bienenstöcken gewonnen. Den Bienen dient das Harz als Baumaterial und Konservierungsmittel. Als Nahrungsergänzungsmittel soll Propolis aber eine Reihe gesundheitsfördernder Effekte haben. Für die Wirkung sind angeblich die enthaltenen Flavonoide und Hydroxyzimtsäuren verantwortlich.

Nur wenige wissenschaftliche Studien

Das Problem: Je nach Herkunft, Jahreszeit und Futter der Bienen ist das Harz ganz unterschiedlich zusammengesetzt und hat deshalb auch immer leicht unterschiedliche Wirkungen. Dadurch ist eine Untersuchung in wissenschaftlichen Studien nur schwer möglich. Außerdem stützen sich die meisten Erkenntnisse über Propolis bisher auf Laborexperimente, Tierversuche oder Studien mit sehr wenigen Teilnehmern. Ob Propolis gegen bestimmte Krankheiten hilft und welche Dosis für die versprochenen Effekte notwendig ist, ist deshalb noch nicht eindeutig geklärt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit lässt deshalb keine Werbung mit Gesundheitsversprechen über Propolis zu.

Achtung Gesundheitsgefahr!

Doch nur weil aussagekräftige Studien fehlen, bedeutet das nicht, dass Propolis wirkungslos ist. Im Gegenteil: Viele Wissenschaftler*innen sehen in dem Harz ein potenzielles Naturheilmittel bei Hautkrankheiten, Herzkrankheiten oder auch Diabetes. Verbraucher*innen sollten aber folgende Tipps beherzigen, um der Gesundheit nicht schaden:

  • Auf den Pyrrolizidinalkaloid-Gehalt achten. Der Pflanzeninhaltsstoff ist in vielen Bienenprodukte enthalten und verursacht in hohen Mengen Schäden an Leber und Lungen und sogar Krebs. Ein Blick auf die Verpackung oder eine Anfrage beim Hersteller gibt Auskunft über den Alkaloid-Gehalt – er sollte weniger als 500 Mikrogramm pro Kilogramm betragen.
  • Vorsicht bei Allergien. Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis lösen in seltenen Fällen gefährliche allergische Reaktionen aus. Besonders gefährdet sind Patient*innen, die an Asthma oder atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis leiden oder eine Allergie gegen Wespen- oder Bienengift haben. Sie verzichten besser auf die Nahrungsergänzungsmittel.  

Quellen: Braakhuis 2019; Klartext Nahrungsergänzung; BFR; EU-Verordnung 2020/2040; EFSA

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