Umweltzone senkt Arzneikosten


Weil Herz und Lunge aufatmen
Umweltzone senkt Arzneikosten

Umweltzonen verbessern nicht nur die Luft, sie lohnen sich auch für die Gesundheit. Denn neben dem gesteigerten Wohlbefinden der Anwohner zeigen sich die Effekte von Umweltzonen auch ganz nüchtern in Euro und Cent – und zwar in reduzierten Medikamentenkosten.

Einfahrt nur mit passender Plakette

In 58 deutschen Städten gibt es inzwischen Umweltzonen, die für schadstoffintensive PKWs, LKWs und Busse gesperrt sind. In manchen Gebieten ist die Einfahrt nur mit grüner, in anderen mit grüner oder gelber Plakette erlaubt. Das mag die ausgesperrten Fahrer ärgern, doch der Gesundheit der dort lebenden Menschen kommt das Fahrverbot zugute, wie eine Analyse des MCC Klimaforschungsinstituts ergab.

16 Millionen Euro pro Jahr gespart

Die Studie basiert auf den anonymisierten Daten von 2,7 Millionen AOK-Versicherten und Luftqualitätsmessungen des Bundesumweltamtes (bereinigt von möglichen Störeffekten wie Wetterlagen und regionalen Wirtschaftsentwicklungen). Seit Einführung der Umweltzonen 2008 konnten die dortigen Feinstaubbelastungen kontinuierlich gesenkt werden, berichten die Forscher, und zwar im Durchschnitt um 5,9 Prozent.

Gleichzeitig gingen in den Städten mit Umweltzone die Verordnungen von Arzneimitteln für Atemwegs- und Herzerkrankungen kontinuierlich zurück. Insgesamt seien dadurch pro Jahr etwa 16 Millionen Euro an Medikamentenkosten eingespart worden, berechneten die Forscher. Als Ursache für die eingesparten Verordnungen nennen die Wissenschaftler die Verbesserungen der Luftqualität.

Nutzen sogar noch größer

Der Nutzen in Euro und Cent sei sogar noch viel größer, da nur die Kosten der verschreibungspflichtigen Medikamente erfasst worden seien. Noch gar nicht berechnet und zusätzlich zu Buche schlügen die (reduzierten) Kosten für die ärztliche Versorgung und die Effekte einer (vermiedenen) verfrühten Sterblichkeit durch Atemwegs- und Herzerkrankungen.

Quelle: MCC Klimaforschungsinstitut

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